Was hilft gegen 
 eine Verstopfung?
 

 Hier findest Du Antworten. 

Aktualisiert am 30.05.2017 | Lesedauer: 7 Minuten

Leidest du unter Verstopfung, ist dein Darm in der Regel aus dem Gleichgewicht geraten.
Doch wann ist eigentlich von einer Verstopfung die Rede ?

Sind folgende Voraussetzungen gegeben, musst du von einer Verstopfung ausgehen:

  • Du hast weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang.
  • Dein Stuhlgang ist meistens sehr hart. Du entleerst vorwiegend Pünktchen-Portionen.
  • Der Stuhlgang ist schmerzhaft und es erfordert sehr viel Kraft.
  • Du musst bei deinem Stuhlgang häufiger mit Mittelchen oder auch den einen oder anderen Tricks nachhelfen.

 Beinahe jeder fünfte Deutsche ist betroffen 



So selten, wie die Betroffen annehmen, ist Verstopfung gar nicht. Die Zahlen und Aufzeichnungen gehen weit auseinander. Schätzungsweise sind 10 bis 20 Prozent der Deutschen betroffen – also beinahe jeder Fünfte. Wer einmal unter Verstopfungen litt, weiß, wie unangenehm das ist und mit welchen Ängsten oft die nachfolgenden Toilettengänge einhergehen. Von einer Verstopfung muss auch dann ausgegangen werden, wenn du zwar auf der Toilette warst, dich aber nicht vollständig entleert fühlst.


 Wie entsteht eine Verstopfung? 

darm infografik

Verstopfungen entstehen in erster Linie dann, wenn zwischen Nerven und Muskeln die Harmonie verloren gegangen ist und beide nicht mehr zielstrebig genug gemeinsam zum eigentlichen Ziel hin arbeiten. Das Besondere ist dabei: In den meisten Fällen funktionieren Transport sowie Verdauung noch ganz normal. Erst am Dickdarmende kommt es dann gewissermaßen zu einem Stau. Die Situation ist mit vielen deutschen Autobahnen vergleichbar:

 Während auf einem großen Teil der Straße der Verkehr fließt,  kommt er kurz vor dem Ziel zum Ziel zum Erliegen. 

Im letzten Abschnitt sind sich Nerven und Muskeln des Darms nämlich nicht mehr so einig bei der Frage, ob der Inhalt nun wirklich nach draußen befördert werden soll oder nicht. Bei der Beurteilung, ob es sich tatsächlich um eine Verstopfung handelt, spielt es weniger eine Rolle, wie hoch die Anzahl der Toilettengänge ist, sondern wie hart jeder einzelne Gang für dich ist. Der Gang zum stillen Örtchen sollte für dich etwas Beruhigendes haben und darf auch durchaus mit einer gewissen Vorfreude verbunden sein. Wird dies jedoch von Unbehagen verdrängt, solltest du reagieren.

Wie oft kommt Verstopfung eigentlich vor?

Sowohl kleine Kinder als auch ältere Menschen sind sehr häufig von Verstopfung betroffen. Bei kleinen Kindern hängt dies oft mit der Entwicklung des Darms zusammen. Im zunehmenden Alter nimmt dann die Häufigkeit der Obstipation zu. Gerade Menschen über 60 sind häufig betroffen, wobei Frauen beinahe doppelt so oft damit zu kämpfen haben wie Männer.

 Tipps bei gelegentlicher Verstopfung 

Leidest du hin und wieder an Verstopfung, können folgende kleine Tricks schon wahre Wunder bewirken.

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pflaumen flohsamen

 Greife auf Ballaststoffe zurück 

Ballaststoffe sind bei Verstopfung eine gute Hilfe, denn sie stupsen unsere Darmwand an. Sie gehören zu den wenigen Stoffen, bei denen die Verdauung nicht im Dünndarm stattfindet. Sie signalisieren dem Dickdarm, dass in ihm etwas vorhanden ist, was weitertransportiert werden soll. Wahre Wunder bewirken hier Flohsamenschalen und Pflaumen. In beiden Naturheilmitteln sind nicht nur Ballaststoffe in beachtlichen Mengen enthalten, sondern weitere Wirkstoffe, durch die deutlich mehr Flüssigkeit in den Darm gelangt. Der Darminhalt gewinnt also an Geschmeidigkeit. Hier gilt allerdings die Devise „Gut Ding brauch Weile“. Etwa zwei bis drei Tage Zeit musst du deinem Darm auch dann einräumen. Wer sich mit Pflaumen und Co nicht anfreunden kann, muss den Weg in die Apotheke auf sich nehmen. Hier gibt es Ballaststoffe auch in einer weniger leckeren Tablettenform.

 Wasserlösliche
 Ballasstoffe 

Bei ihnen fällt die Bewegungsförderung nicht so stark aus. Sie sorgen allerdings dafür, dass der Darminhalt an Geschmeidigkeit gewinnt.

 Wasserunlösliche  Ballasstoffe 

Sie sorgen für eine lebhaftere Darmbewegung. Allerdings können sie auch Bauchweh in nicht unbeachtlichem Ausmaß nach sich ziehen.

Die Natur hat dafür eine wirklich gute Lösung gefunden, wie bei den Pflaumen noch einmal deutlich wird. In der Schale sind viele wasserunlösliche Ballaststoffe zu finden. Die wasserlöslichen Stoffe befinden sich dagegen vorwiegend im Fruchtfleisch.

Greifst du im Kampf gegen deine Verstopfung auf Ballaststoffe zurück, musst du aber auch darauf achten, dass du ausreichend Flüssigkeit zu dir nimmst, denn sonst sind diese Stoffe in deinem Darm nicht mehr als ein fester Klumpen.

Oft wird bei Verstopfung dazu geraten, viel zu trinken. Im Grunde ist das auch richtig. Doch auch hier schwebt über der Empfehlung wieder ein großes ABER. Wenn du schon ausreichend Flüssigkeit zu dir nimmst, gelingt dir durch mehr Wasser auch keine Verbesserung. Anders ist es, wenn du zu wenig trinkst. In diesem Fall bedient sich der Darm nämlich an der Flüssigkeit, die im Nahrungsbrei enthalten ist, um das Defizit auszugleichen. Das Resultat ist nicht ohne: Der Stuhlgang wird härter und die Entleerung unangenehmer. Haben Kleinkinder Fieber, verdampfen sie meist innerhalb kurzer Zeit so viel Wasser, dass die Verdauung an sich stockt. Sobald dein Körper nicht mehr ausreichend Wasser hat oder mit ausreichend Wasser versorgt wird, kann sich Verstopfung entwickeln. Am einfachsten bemerkst du an einer trockenen Nase, dass dein Flüssigkeitshaushalt aus den Fugen geraten ist.

2

 Verzichte auf Zwänge 

Egal wann und wo – folgenden Grundsatz solltest du dir immer vor Augen führen:
Wenn du musst, musst du.

Vermeide Zwänge und gehe zur Toilette, wenn sich dein Stuhlgang anbahnt. Dein Darm hat mit dem Rest deines Körpers ein heimliches Abkommen über den Zeitpunkt der Entleerung getroffen. Verwehrst du ihm diese, kann er dir das übel nehmen. Schickst du den Verdauungsbrei gleich mehrfach hintereinander in die Warteschleife, werden sich Muskeln und Nerven vollkommen neu trainieren und das kann Schwierigkeiten bei der Entleerung nach sich ziehen.

Ist dein Darm ein wenig träge, solltest du ihm zu frischen Wind verhelfen. Das gelingt ganz gut, wenn du auf Probiotika und Präbiotika zurückgreifst. Hierbei handelt es sich um gute, lebende Bakterien. Sie sorgen dafür, dass dein Darm wieder beginnt zu leben. Entsprechende Angebote gibt es in der Apotheke um die Ecke.

Wer kennt es nicht? Leidet man Verstopfung, sind gute Ratschläge meist nicht weit entfernt. Wie wäre es also mit einem kleinen Spaziergang? Der regt die Verdauung an. Doch entgegen dem Volksmund sei gesagt: Ein Spaziergang bringt nicht immer die gewünschte Hilfe. Bist du eigentlich ein sportlicher Typ, der sich gern und auch viel bewegt, der nun aber plötzlich nicht mehr so agil ist, kann es durchaus zu Verstopfung kommen.

Befindet sich dein Bewegungspegel aber auf dem gleichen Niveau, wird auch ein Spaziergang nicht mehr die nötige Abhilfe schaffen. In diesem Fall kannst du höchstens durch einen stark beanspruchenden Sport die gewünschte Wirkung erzielen.

3

 Sitzen VS Hocken 

Scheust du das Unkonventionelle nicht, kannst du es auch mal mit dem Hocken probieren. Das Prinzip ist einfach und kann wahre Wunder bei der Entleerung bewirken. Stelle deine Beine auf eine Hocker, während du auf der Toilette sitzt. Anschließend nimmst du wieder eine aufrechte Sitzhaltung ein. In der Regel geht die Entleerung dann einfacher. Der Grund ist denkbar einfach. Im Verlauf unser Evolution sitzen wir erst seit kurzer Zeit auf dem Thron.

Die Anatomie des Darms ist besser für das Hocken ausgelegt. Während hier der Stuhl nur so durch rutsch, muss er beim Sitzen eine kleine kurve nehmen. Dies kann gerade bei einer Verstopfung anstregend und schmerzhaft sein.

 Durchschnittliche Entleerungszeit ohne und mit Hocker 

hocken oder sitzen bei einer Verstopfung

 Werde zum Hocker. 

Das WC ist eine großartige Erfindung, leider ist es nicht auf die Bedürfnisse unseres Körper angepasst. Mit dem Hocker kehrst du in die Ursprungshaltung zurück und kannst somit schneller und viel wichtiger schmerzfreier auf dem Thron deine Zeit "geniessen".

 Abführmittel und ihr großes Versprechen 

​Nimm mich!!!



Die Lösung einer Verstopfung kann so einfach sein – das denken sich viele Betroffene, wenn die Hand in der Apotheke zum nächsten Abführmittel geht. Immerhin schluckt man nur ein Pillchen oder nimmt ein paar wenige Tröpfchen und schon geht der Toilettengang wie von allein. Doch auch beim Abführmittel trennt sich die Spreu vom Weizen und Mittelchen ist, wie wir schon wissen, nicht gleich Mittelchen. Sowohl zwischen den Wirkstoffen als auch zwischen den Einsatzgebieten gibt es Unterschiede und die sind nicht ohne. Schauen wir uns das Angebot der Abführmittel einmal genauer an.

Olivenöl und Pflaume natürliches Abführmittel

 

Hilfe aus der Natur

Wer nicht unbedingt auf ein medikamentöses Abführmittel zurückgreifen möchte, kann sich für Hilfe aus der Natur entscheiden. Es gibt eine Reihe natürlicher Abführmittel. Eines der bekanntesten natürlichen Abführmittel ist die Dörrpflaume. Sie wirkt in der Regel über Nacht.

Wer Dörrpflaumen an sich nicht mag, kann sich am Morgen auch für eine Tasse Pflaumensaft entscheiden. Sie sollte auf nüchternen Magen getrunken werden. An die genaue Menge musst du dich herantasten, denn dein Darm kann hier auch sehr schnell überreagieren.

Auch Rizinusöl ist eine natürliches Hausmittel. Es kann zur erwünschten Entleerung beitragen. Hier sind auf nüchternen Magen ein oder auch zwei Esslöffel vollkommen ausreichend. Vorteil ist die schnelle Wirkung, denn nach zwei bis höchstens vier Stunden schaffen sie meist eine Entleerung. Weiterhin gibt es Flohsamenschalen. Im Verdauungstrakt quellen diese Samen auf. Das Stuhlvolumen legt erheblich zu und auf sanfte Weise wird die Verdauung angeregt.

Ein sehr praktisches natürliches Hausmittel ist Olivenöl. Am Morgen reicht ein Teelöffel vollkommen aus, um die Darmschleimhäute zu ölen. Auf diesem Weg wird auch die Verdauung angeregt. Um dauerhaft für eine gesunde Verdauung zu sorgen, solltest du darauf achten, dass du jeden Tag zwei Liter Wasser konsumierst. Das Wasser sollte still, also kohlensäurefrei sein. Der Darm wird durch diese Wassermenge befeuchtet und das erleichtert wiederum den Stuhlgang.

Auch Schüsslersalze haben sich als Hilfe bei Verstopfung einen Namen gemacht. Hier wird auf die Salze 7, 8, 10, 18 und 20 zurückgegriffen. Der Reihe nach handelt es sich um

  • Magnesium Phosphoricum
  • Natrium Chloratum
  • Natrium Sulfuricum
  • Calcium sulfuratum
  • Kalium Aluminium sulfuricum

Bei Verstopfung werden Globuli gern zur Unterstützung eingesetzt. Allein schaffen sie allerdings keinen entscheidenden Erfolg. Sie können hier jedoch eine Lebens- und Ernährungsumstellung begünstigen. Hier gibt es verschiedene Mittel mit unterschiedlichen Erfolgschancen. Wichtig ist, dass die Globuli etwa eine halbe Stunde vor dem Essen eingenommen werden. So umfassend sollte auch der Verzehr zu Tee und Kaffee sein.

 Osmotische Abführmittel 






Das Prinzip der Osmose ist einfach
. Sind in eingesetzten Wasser mehr Zucker oder auch Salze enthalten, sorgt dies in ärmeren Wassergebieten für den besonderen Frischekick. Am einfachsten kann man das mit einem simplen Kopfsalat erklären. Ist ein Salat alt und sieht nicht mehr frisch aus, kann es helfen, ihn in frisches Wasser zu legen. Dort zieht er Salze und weitere wichtige enthaltene Stoffe und nach einer halben Stunde sieht er wie von Zauberhand wieder ganz frisch aus.

So ähnlich funktionieren osmotische Abführmittel. In ihnen finden sich bestimmte Salze, Molekülketten und auch Zucker. Alles zusammen gelangt als Abführmittel in den Dickdarm. Während sie sich ihren Weg durch den Körper bahnen, ziehen sie so viel Wasser wie sie nur können. Der Stuhlgang wird dadurch geschmeidiger. Nimmst du osmotische Abführmittel in zu großen Mengen, wird Durchfall das Resultat sein. Es werden verschiedene Wasserziehmittel eingesetzt. Neben Zucker gehören dazu Salze und diverse Molekülketten, die aber recht klein sind. Am bekanntesten ist der Abführzucker Lactulose. Seine Beliebtheit verdankt er vor allem einem Doppeleffekt. In Lactulose sind neben dem Stoff, der der Wasserrekrutierung dient, auch Darmbakterien enthalten. Sie übernehmen zwei Funktionen:

  • Sie machen die hergestellten Stoffe weicher.
  • Sie sorgen für mehr Bewegung der Darmwand.

Leider kommen diese Stoffe nicht ohne Nebenwirkungen aus. Sind Bakterien falsch oder überfüttert, sind unangenehme Gase die Folge. Diese ziehen wiederum Blähungen und Bauchweh nach sich. Hergestellt wird Lactulose übrigens aus Laktose – der Milchzucker, den immer mehr Menschen nicht vertragen. Lactulose ist bei weitem nicht der einzige Milchzucker, den es gibt. Es gibt auch Abführzucker, der keine milchige Basis hat. Vorwiegend stellt dies Sorbit dar. Sorbit ist oftmals in Obst wie Birnen, Äpfeln und Pflaumen zu finden. Deswegen ist es empfehlenswert, wenn du Verstopfung oder sehr harten Stuhl hast, Pflaumensaft zu trinken. Studien haben gezeigt, dass die Wirkung von Sorbit ähnlich ist wie von Lactulose. Die nicht-milchige Variante geht aber mit weniger Nebenwirkungen einher. 

Bei den Abführmitteln kommen Molekülketten in unterschiedlichen Längen vor. Am verträglichsten sind die kleinen, die als PEG bezeichnet werden. Sie haben im Vergleich zu Salzen nicht einen so großen Einfluss auf den Salzhaushalt, sind aber auch leichter verträglich wie Zucker. Schon am Namen der Moleküle kann abgelesen werden, wie lang diese sind.

PEG3350 hat ein Molekülgewicht von 3350. 
Bei PEG150 ist die Molekülkette so kurz, dass sie im Darm ungewollt aufgenommen werden kann.

 Kotgleiter 
 


Ein Abführmittel, das nicht ganz so bekannt ist, ist der Kotgleiter. Der Kotgleiter verhilft dem Dickdarm quasi zum Paragliding. Die Idee der Kotgleiter ist älter als vielleicht angenommen wird. Schon Robert Chesebrough gehörte zu denen, die einen Löffel Vaseline täglich verzehrten. Es liegt nahe, dass die Vaseline eine ähnliche Wirkung hat, wie fetthaltige Kotgleiter.

Kotgleiter sind eine Art Hülle um das Transportgut. Sie haben eine entscheidende Aufgabe: Sie sollen den Abtransport entscheidend vereinfachen. Doch so ganz unbedenklich ist die Einnahme von Vaseline und anderen Kotgleitern nicht. Mit den Kotgleitern werden nämlich auch alle fettlöslichen Vitamine abtransportiert und diese sind für den Erhalt der Gesundheit wichtig.

Zwar ist Vaseline alles andere als ein offizieller Kotgleiter, doch auch die anderen Lösungen, die es hier gibt, sind nicht wirklich besser. Dazu gehört beispielsweise Paraffinöl.

Eine Lösung sind Kotgleiter nur für kurze Zeit. Abhilfe können sie allerdings schaffen, wenn am Darmausgang kleine Wunden vorhanden sind. Eine Alternative hierzu sind übrigens gelbildende Ballaststoffe, die in der Apotheke angeboten werden. Sie sind verträglicher als die Kotgleiter und gehen nicht mit solch einem Gefahrenpotenzial einher.

 Hydragoga 




Mit der Einnahme von Hydragoga wird der Darm massiv angekurbelt.
Verstopfte, die sehr schüchterne Darmnerven haben, die zudem nur langsam agieren, finden mit Hydragoga genau die richtige Lösung. Ob sich dieses Abführmittel für den eigenen Bedarf wirklich eignet, sollte jedoch ein Mediziner klären. Ärzte verabreichen in diesem Fall kleine Kügelchen. Auf ihrem Weg durch den Körper werden diese per Röntgenapparat fotografiert. Diese Kügelchen müssen in einem bestimmten Zeitfenster den Weg bis zum Darmausgang hinter sich haben. Ist dies nicht der Fall, sind Hydragoga genau die richtige Wahl. Das Besondere an diesem Abführmittel ist die Funktionsweise. Hydragoga sind so aufgebaut, dass sie sich auf Rezeptoren des Darms setzen. Diese Rezeptoren können entsprechende Signale an den Darm weitergeben. Dieses Mittel kann sowohl die Wassertransporter als auch die Nervenzellen im Körper anleiten. So wird vermieden, dass der Darm weiteres Wasser, das Teil des Nahrungsbreis ist, aus diesem herauszieht. Gleichzeitig animieren sie den Darm aber auch dazu, mehr Wasser zu beschaffen. Wer die Abführmittel am Abend nimmt, profitiert besonders stark davon, denn so können die Mittel über Nacht sacken und ihre Wirkung entfalten.

In der Regel entfalten die Hydragoga dann am Morgen ihre komplette Wirkung. Reicht das nicht aus und wird schnellere Hilfe verlangt, kann das mit einem Zäpfchen glücken. Innerhalb einer Stunde bewirken die Zäpfchen dann die gewünschte Entleerung. Eine ähnliche Wirkung wie Hydragoga haben übrigens pflanzliche Mittel wie Senna und Aloe vera. Möchtest du darauf zurückgreifen, solltest du dich aber auf eine kleine Besonderheit einstellen, denn beides färbt den Darm von innen schwarz. Die Farbe verschwindet irgendwann wieder.

Es gibt noch eine weitere Nebenwirkung, die nicht ganz unbedenklich ist. Wissenschaftler haben in Untersuchungen herausgefunden, dass Aloe vera und Hydragoga bei häufiger Einnahme Nervenschäden verursachen können. Grund ist eine Überreizung der Nerven. Deswegen sollte die Einnahme mit Vorsicht und höchstens jeden zweiten oder dritten Tag erfolgen.

 Prokinetika 

 


Prokinetika gehören zu den größten „Innovationen“ unter den Abführmitteln. Das Besondere an diesen Medikamenten ist, dass sie den Darm in seiner ganz normalen Arbeitsweise stärken. Er übt durch diese Mittel keine unnatürlichen Bewegungen oder ähnliches aus. Darüber hinaus sind sie noch recht geschickt, denn sie können beispielsweise nur einen Rezeptor des Darms ansprechen und somit beeinflussen. Zudem gehen sie nicht in den Blutkreislauf über. Prokinetika sind ein bislang noch nicht sehr intensiv erforschtes Gebiet. Forschungen und Untersuchungen dazu laufen noch. Einige Mittelchen sind schon auf dem Markt.

 Der Einlauf 






  



Viele fürchten ihn, obwohl er eigentlich relativ unproblematisch ist. Den besten Ruf genießt der Einlauf trotzdem nicht. Dem Patienten wird hier Flüssigkeit über den Anus in den Darm geleitet. Der Einlauf hilft dabei, den Darm zu reinigen und die Verstopfung zu lösen. Die Flüssigkeit sorgt dafür, dass im Enddarm vorhandene Ablagerungen zuverlässig ausgespült werden. Er ist als Behandlung bei Verstopfung schnell durchzuführen und wirkt zügig. Je Durchgang werden dabei 500 bis 2000 Milliliter Flüssigkeit in den Darm gegeben.

 So funktioniert ein Einlauf 

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