Wie funktioniert die Verdauung

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Aktualisiert am 30.05.2017 | Lesedauer: 1,5 Minuten

So funktioniert unser Verdauungssystem – vom strahlend roten Apfel bis zur vollendeten Verdauung

Sicherlich hast Du schon einmal gehört, dass Dir das Wasser quasi im Mund zusammenläuft. Dahinter verbirgt sich mehr als eine Redewendung.

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Deine Augen sehen einen Apfel in Form von Lichtteilchen. Sobald Deine Sehnerven durch diese Teilchen aktiviert werden, entsteht im Gehirn das Bild dieses Apfels. Dein Gehirn nimmt diesen Apfel als lecker und wohlschmeckend wahr, wodurch eine entsprechende Meldung zur Speichelflusszentrale erfolgt. Der im Mund entstehende Speichel sowie die Ausschüttung der Magensäure regen den Appetit an. Geben Augen und Nase das Okay, beginnst Du damit, Deinen Apfel zu essen. Stück für Stück landet er also im Mund. Mit bis zu 80 kg wird der Apfel zerkleinert

Im Mund wird der Apfel durch das Zusammenspiel von Zähnen, Speichel und Zunge so zerkleinert, dass Du ihn schlucken kannst. Der Kiefermuskel ist der kräftigste Muskel, den es in unserem Körper gibt. Doch es gibt noch einen Superlativ: Der beweglichste Körpermuskel ist die Zunge. Zunge und Kiefermuskel wirken so zusammen, dass der Apfel zerkleinert wird. Die Backenzähne können hier einen Druck von bis zu 80 kg aufbauen. Damit kein Stückchen den Zähnen entgeht, schiebt die Zunge das Obst immer wieder zwischen die Zähne. Ist alles zerkleinert, sorgt die Zunge auch dafür, dass Du Dein Stück Apfel schluckst, sodass es über den Rachen in die Speiseröhre gelangt. In fünf bis zehn Sekunden durch die Speiseröhre

Die Speiseröhre stellt die Verbindung zwischen Mund und Rachen dar. Es dauert bis zu 10 Sekunden, bis der Apfel diesen Bereich hinter sich gelassen hat. Die Speiseröhre ist überraschend flexibel. Das heißt: Kommt Dein zerkauter Apfel hier an, dehnt sich die Speiseröhre zunächst aus. Hinter dem Brei zieht sie sich aber sofort wieder zusammen. Solange sich Dein Apfel noch im ersten Stück der Speiseröhre befindet, sind die Bewegungen des Organs aufgrund der quergestreiften Muskeln noch deutlich zu spüren. Danach kommt glatte Muskulatur, wodurch Du nicht mehr nachvollziehen kannst, wo sich das Essen genau befindet. Hat Dein Apfel die Speiseröhre durchquert und den ringförmigen Muskel am Ende passiert, plumpst der Brei schließlich in den Magen. Für das Schlucken der Nahrung kommt es auf ein gutes Zusammenspiel zwischen unbewussten autonomen und peripheren Nervensystem an. Damit Du das Schlucken nicht verlernst, schluckst Du jeden Tag zwischen 600 und 2000 Mal.  

Nach dem Plumps – das passiert im Magen
Dein Magen ist ein wahres Elastizitätswunder, denn er dehnt sich, sobald Essen über die Speiseröhre in ihn befördert wird. Die glatte Magenmuskulatur kann sich soweit dehnen, dass sie bis zu 1 kg aufnimmt. Damit würde er in etwa die Größe einer Milchpackung annehmen. Sobald sich der Apfel im Magen befindet, beginnt dieser sich zu bewegen. Er schaukelt Hin und Her, sodass der Mageninhalt immer wieder gegen die Magenwand prallt. Durch das Magenschaukeln wird der ganze Verdauungstrakt angeregt. Mit dem Schaukeln wird der Mageninhalt weiter zerkleinert. Der Apfel wird also 0,2 mm große Partikel zerkleinert, wodurch sie als Krümel schließlich durch das Loch am Ende des Magens passen. Dieses Loch stellt den nächsten Schließmuskel dar. Sind die Apfelkrümel hindurch gefallen, befinden sie sich im Dünndarm.

Der Dünndarm startet die richtige Verdauung
Angefangen vom Mund bis in den Magen konzentrieren sich die Augen der Organe also auf das Zerkleinern. Sie zermahlen die Nahrung so stark, dass der Apfel in den Dünndarm passt. Dein Dünndarm leistet Gigantisches. Sämtliche Bestandteile dieses Organs kneten auf dem Nahrungsbrei noch einmal herum und lösen wichtige Nährstoffe aus diesem heraus. Daran beteiligen sich sogar die mikroskopisch kleinen Darmzotten. Der Dünndarm schiebt den Nahrungsbrei konsequent nach vorn, sodass dieser im Dickdarm landet. Im Dünndarm selbst bleibt von dem Apfel nichts zurück, es sei denn Du hast versehentlich einen Kern verschluckt. Mit diesem gibt sich das Organ überhaupt nicht ab. Der Dünndarm ist übrigens ein Sauberkeitsfanatiker. Das heißt: Sobald Dein Apfel das Organ verlassen hat, beginnt der Dünndarm mit dem Aufräumen. Reste und Liegengebliebenes mag er nicht.

Über die Bauhin-Klappe geht’s in den Dickdarm
Hat Dein Dünndarm das winzige Stück des Apfels schließlich bis zur Bauhin-Klappe geschoben, geht es weiter. Hinter der Klappe, die übrigens ausgesprochen wichtig ist, befindet sich der Dickdarm. Der Dickdarm ist nicht so zielstrebig wie der Dünndarm. Hier geht es für den Nahrungsbrei schon einmal wieder ein paar Schritte zurück. Damit der Brei dann aber nicht wieder im Dünndarm landet, gibt es die Bauhin-Klappe. In unserer Darmflora bildet der Dickdarm den Ruhepol. Er lässt sich viel Zeit für die restliche Verdauungsarbeit. Doch die Ruhe des Dickdarms kommt nicht von ungefähr. Unser Dickdarm will es nämlich jedem Recht machen: dem Gehirn, den Darmbakterien und dem Restkörper. Letztlich braucht unser Körper einfach ein bisschen Zeit, um die Verdauungsflüssigkeiten, die er für die Verdauung leihweise zur Verfügung gestellt hat, zurückzunehmen. Bis zu viermal am Tag kann sich der Dickdarm allerdings so aufrappeln, dass er schließlich den Verdauungsbrei noch ein bisschen weiter nach von transportiert.

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